Neue Publikation zum Thema Objektbiografie und Sammlungsdokumentation:

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© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum/Ines Seibt CC BY-SA 4.0.

Vom Inventar zum Knowledge Graph: Objektdokumentation im Wandel der Zeit am Beispiel der Berliner Kunstkammer und ihrer Nachfolge-Institutionen

Bei der NFDI4Objects, der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheits- und Umweltgeschichte, spielt das Konzept der Objektbiografie eine tragende Rolle bei der Integration und Vernetzung heterogener und verteilter Daten zu Objekten, die heute in Sammlungen und Museen überliefert sind. Am FAU CDI als Participant bei NFDI4Objects wird das Konzept in enger Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar entwickelt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, wie sich die Dokumentation solcher Objekte im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, wie sich Praktiken und Medien in ihrer Funktion und Struktur in einem sich wandelnden disziplinären Kontext veränderten und welche Rückschlüsse sich daraus auf die aktuelle Dokumentations- und Digitalisierungspraxis ziehen lassen. Diesen Fragen gehen Diana Stört vom Landesarchiv Berlin und Sarah Wagner vom FAU CDI in ihrem neu erschienen Artikel am Beispiel der Berliner Kunstkammer nach.

Beide arbeiteten zwischen 2019 und 2022 für das DFG geförderte Projekt „Das Fenster zur Natur und Kunst“, in dem die Bestände der Berliner Kunstkammer unter Anwendung des Konzepts der Objektbiografie ausgehend von Quellenmaterialien digital auf Grundlage des CIDOC CRM in einer WissKI-basierten Forschungsumgebung erschlossen wurden. Der Datensatz mit über 2000 Objekten sowie zugehörigen Quellen-, Akteur- und Ortsinformationen wurden nun in den Knowledge Graphen der NFDI4Objects integriert, wo die Objekte nun neue Verbindungen eingehen können. Gleichzeitig dient das entwickelte Datenmodell als Grundlage für die Entwicklungen für die NFDI4Objects.

Der Beitrag untersucht die historische Entwicklung der Objektdokumentation anhand der Berliner Kunstkammer und ihrer Nachfolgeinstitutionen von der Frühen Neuzeit bis heute. Auf Basis ausgewählter Inventare und Dokumentationsmedien wird gezeigt, wie sich Praktiken des Verzeichnens, Ordnens und Bewertens von Sammlungsobjekten unter institutionellen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Einflüssen wandelten. Die Analyse reicht von juristisch veranlassten Besitzverzeichnissen des 17. Jahrhunderts über fachlich differenzierte Kataloge des 18. und 19. Jahrhunderts bis zur standardisierten analogen und digitalen Inventarisierung seit dem 20. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Provenienzforschung sowie aktuellen Anforderungen an eine transparente, ethisch verantwortliche und interoperable Sammlungsdokumentation. Am Beispiel digitaler Objektbiografien und semantischer Knowledge Graphen auf Basis des CIDOC CRM wird gezeigt, wie heterogene Sammlungsdaten vernetzt und forschungsorientiert nutzbar gemacht werden können.

DOI: https://doi.org/10.25364/32.2:2026.1.3

Downloadlink: https://unipub.uni-graz.at/musea/download/pdf/13333547