Das FAU CDI als direkter Projektpartner:
FAIRes Datenmanagement von Beginn an
Wir unterstützen Forschende bei der Verwaltung, Analyse und Veröffentlichung von Forschungsdaten zu materiellen Objekten.
Als Participant angegliedert in Task Area (TA) 6 „Qualification, Integration, Harmonisation“ entwickelt das FAU Competence Center for Research Data and Information der FAU Erlangen-Nürnberg in enger Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar eine integrierte Wissensbasis über Objekte. Dabei entsteht u. a. auf Grundlage bestehender Modelle und Standards ein CIDOC CRM basiertes Datenmodell zur Beschreibung und Repräsentation von Objektbiografien. Das Datenmodell für Objektbiografien wird anhand von Use Cases in einer WissKI-Instanz erprobt, u. a. die sog. Eisenstaublunge Friedrich Albert von Zenkers, deren Biografie in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Anatomie der FAU rekonstruiert wird, oder der Behaim Globus von 1492, der älteste erhaltene Erdglobus, der heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg verwahrt wird. Weitere Objektbiografien entstehen in Zusammenarbeit mit Provenienzforscher*innen, Sammlungs- und Fachexpert*innen deutschlandweit.
NFDI4Objects ist ein Konsortium aus führenden Forschungseinrichtungen, Museen, Archiven und Universitäten im Bereich der materiellen Kultur und Objektforschung. Gemeinsam arbeiten wir daran, eine nachhaltige Forschungsdateninfrastruktur für die Archäologie und objektbezogenen Wissenschaften aufzubauen. Das interdisziplinäre Team aus Wissenschaftler:innen, Entwickler:innen und Datenexpert:innen entwickelt Standards, Tools und Dienste für das Forschungsdatenmanagement – von der Datenaufnahme im Feld bis zur Langzeitarchivierung und Nachnutzung.
Diese Forschungsumgebung basiert auf der Software WissKI und dient der Implementierung und der Erprobung der Tragfähigkeit anhand von Use Cases. Die Templates für die beiden Knowledge Graphen und die ihnen zugrundeliegende Objects Ontology werden regelmäßig im aktuellen Entwicklungsstand auf GitHub veröffentlicht.
Laufzeit: 2023-2028
Förderung: DFG
Verbundprojekt SODa entwickelt und vermittelt Datenkompetenzen
Wissenschaftliche Sammlungen an Hochschulen und Universitäten sind bedeutende Infrastrukturen für Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Mit über 1.200 Sammlungen aus nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen verfügt die deutsche Hochschullandschaft über eine einzigartige Wissensressource und einen bedeutenden Datenspeicher mit enormen Potentialen sowohl für aktuelle als auch für zukünftige Forschungsfragen. Darüber hinaus bewahren die Sammlungen ein wichtiges Kultur- und Wissenschaftserbe mit vielfach unikalen, exemplarischen und exzeptionellen Beständen. Der Wissenschaftsrat hat ihre außerordentliche Bedeutung für die Wissenschaft hervorgehoben und mit Nachdruck appelliert, sie als Forschungsinfrastrukturen auszubauen.
Die vielfältigen Potentiale der wissenschaftlichen Sammlungen können jedoch erst ausgeschöpft werden, wenn Mittel und Möglichkeiten der Digitalisierung optimal genutzt werden. SODa vermittelt die für die Forschung in und mit wissenschaftlichen Sammlungen notwendigen und nützlichen Datenkompetenzen und entwickelt diese transdisziplinär und praxisbezogen weiter. Das Datenkompetenzzentrum ermöglicht das Kennenlernen, die Diskussion und die Fortentwicklung von Standards, Good Practice und neuen Verfahren des sammlungsbezogenen Forschungsdatenmanagements, der Forschungsdatenanalyse, -bewertung und -verwertung sowie der datenbasierten Sammlungs- und Objektforschung. Es fördert die interdisziplinäre Vernetzung, den Auf- und Ausbau von Kooperationen und engagiert sich selbst in Forschungskooperationen, Gremien der Standardentwicklung sowie in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).
SODa ist ein Verbundprojekt der Koordinierungsstelle für Wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Stabsstelle Sammlungen und Museen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) , FAU Competence Center for Research Data and Information , Lehrstuhl für Informatik 5 (Mustererkennung), Lehrstuhl für Informatik 9 (Graphische Datenverarbeitung)), der Interessengemeinschaft für semantische Datenverarbeitung e.V. und des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg (Referat Museums- und Kulturinformatik).
Laufzeit: 2023-2026
Förderung: BMFTR
Die umfangreiche, weltweit relevante Forschungssammlung des Museum für Naturkunde Berlin kann als ein Archiv des Wissens zur Beantwortung von Fragen nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bezeichnet werden. Zugleich ist die Geschichte der Forschungseinrichtung und der Sammlung aber auch untrennbar mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden. Das Projekt „Forschung und Verantwortung: Virtueller Zugang zu integriertem Fossil- und Archivmaterial der deutschen Tendaguru-Expedition (1909-1913)“ ist Teil der Bestrebungen des Museums, Transparenz und Zugänglichkeit zu Sammlungen aus kolonialen Kontexten zu erreichen und internationale Kooperationen mit Partnern in den Herkunftsregionen der Objekte zu entwickeln.
Dabei soll eine kontextualisierte digitale Sammlung – das Tendaguru Digital Archive – aufgebaut werden, indem wir digitalen Inhalte (digitale Objektmodelle, Daten, Bilder und Dokumente, Archivmaterial, Ergebnisse, Publikationen) der GTE in einer Datenplattform zusammengeführt sind. Die Datenplattform wird global und interdisziplinär für Wissenschaftler*innen zugänglich sein und entspricht den FAIR– und CARE-Datenprinzipien. Die weltweite Verfügbarkeit der Daten wird als Ressource für verschiedene Gemeinschaften aller Länder dienen, um ihre eigenen Forschungsansätze zu entwickeln oder die Daten für die Öffentlichkeitsarbeit zu unterschiedlichen Zwecken zu nutzen, und wird jede Person in ihrer Forschung/ihrem Ansatz unterstützen und so die Chancengleichheit in der natur- und geisteswissenschaftlichen Forschung fördern.
Die Plattform basiert auf WissKI und wird bei der IGSD e.V. betrieben. Das FAU CDI ist seit 2026 Kooperationspartner des Projekts und zuständig für die Ontologie- und Datenmodellentwicklung.
Laufzeit: 2023-2026
Förderung: DFG
Die Volp-Höhlen. Untersuchungen an einer Schlüsselfundstelle zur Kontextualisierung paläolithischer Felsbilder.
Das Langfristvorhaben der FAU stellt sich die Aufgabe, durch Raumanalysen menschlicher Spuren in vielschichtig strukturierten Bilderhöhlen der ausgehenden letzten Eiszeit den statischen archäologischen Funden ihre Dynamik zurückzugeben. Die Bilderhöhlen bieten sich hierfür nicht nur durch die Erhaltung von originalen Fußspuren im bis heute unberührten Höhlenboden, der die Aktivitätszonen miteinander verbindet, an, sondern auch, weil die zentrale Fragestellung nach dem sozialen Kontext ihrer Nutzung sowie ihrer Bedeutung für die Rekonstruktion von spät-eiszeitlichen Ritualen und Glaubensvorstellungen bis heute vollkommen unbeantwortet geblieben ist. Methodisch kommen neben modernsten digitalen Dokumentationswerkzeugen auch ein neuer Ansatz zur Untersuchung von menschlichen Fußspuren zum Einsatz, bei dem indigene Fährtenleser aus Namibia als gleichberechtigte Experten in den Erkenntnisprozess einbezogen werden.
In der auf WissKI basierenden Datenbank CoRA werden die erhobenen Daten zu menschlichen Fußspuren und deren Analysen in Form von semantischen Daten repräsentiert, nachhaltig gespeichert und offen zugänglich gemacht. Das FAU CDI ist als Projektpartner zuständig für Hosting und Datenablage, sowie für die Ontologie- und Datenmodellentwicklung.
Das ebenfalls zugängliche Aldène-WissKI war die Test- und Entwicklungsdatenbank. Die dort enthaltenen Daten sind in CoRA integriert.
Laufzeit: 2023-2035
Förderung: DFG
Im Fokus des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts steht der Schreibkalender der Frühen Neuzeit: ein mittels einer Drucktechnik hergestelltes Medium der öffentlichen Kommunikation, dessen Bezeichnung sich am Gebrauchscharakter, als zu beschreibendes Papier, orientiert. Das mit rund 630.000,00 Euro geförderte Projekt baut auf vier von der DFG geförderten Vorprojekten (seit 2002) auf, nutzt bereits eine Quellenbasis von rund 19.100 bekannten Exemplaren (von 1540 bis ca. 1800) und widmet sich der Sichtbarmachung, Dokumentation und Online-Ausweisung dieser einzigartigen und für viele interdisziplinäre Forschungsbereiche bedeutsamen Quellen.
Als Projektpartner unterstützt das FAU CDI das Projekt mit Hosting und Betreuung der virutellen Forschungsumgebung auf Basis von WissKI und hat die zugrundeliegenden Arbeiten an Datenmodell und spezifischer Ontologie geleistet.
Laufzeit: 2021-2026
Förderung: DFG