Elektronisches Laborbuch

Überblick

Die Einführung eines elektronischen Laborbuches (electronic lab notebook, ELN) wird von vielen Forschenden unterstützt. Die Pflege und „Analogisierung“ von Inhalten in papiergeführten Laborbüchern erscheint oft als nicht mehr mit der aktuell zunehmend datengetriebenen Forschung vereinbar.

Die Bandbreite der Anforderungen an der FAU ist dabei groß:

  • exakte Nachverfolgbarkeit von experimentellen Ergebnissen
  • einfache Bedienbarkeit z.B. im Rahmen einer Bachelorarbeit
  • Unterstützung komplexer Metadaten-Modelle
  • automatisierte Befüllung durch Schnittstellen
  • Kompatibilität mit externen Partnern/Universitäten
  • Unterstützung maßgeschneiderter Workflows
  • Einhaltung von Standardprozeduren

Derzeit gibt es kein einzelnes Softwaresystem, welches diese Anforderungen komplett abdeckt. Auch über die Konsortien der NFDI werden Anforderungen an ELNs definiert. Hierbei ist zu erwarten, dass unterschiedliche Systeme empfohlen werden, so dass der Sicherstellung der Interoperabilität eine besondere Bedeutung zukommt.

Maßnahmen

Die CDI unterstützt Pilotprojekte auf Basis von openBIS (open source). Dieses System unterstützt komplexe Einsatz-Szenarien und benötigt daher eine recht umfangreiche Planung und Einarbeitung. Um die Einstiegshürden zu senken, arbeiten wir einer Vereinfachung der Bedienoberfläche und bieten Beratung für die Administration an.

Wichtige Punkte bei der Auswahl eines elektronischen Laborbuchs (ELN)

Folgende Aspekte sind bei der Entscheidungsfindung zu beachten:

  • Kosten: Wieviel kostet ein ELN initial und was sind die laufenden Kosten

  • Langfristigkeit: Insbesondere bei proprietärer Software bzw. kommerziellen Anbietern ist zu bedenken, dass der Anbieter in regelmäßigen Abständen sein Preismodell ändern kann und man u.U. nach einigen Jahren mit deutlich steigenden Kosten konfrontiert ist. Zudem besteht die Möglichkeit der Geschäftsaufgabe oder der Insolvenz des Anbieters. Dies sollte vor der endgültigen Auswahl eines ELNs bedacht werden, da die Daten und ihre Verknüpfungen untereinander u.U. nur eingeschränkt exportiert werden können.

  • Speicher: Wieviel Speicherplatz steht zur Verfügung und lässt sich der Speicherplatz bei Bedarf erweitern?

  • extern gehostet vs. Vor-Ort: Vor-Ort bedeutet mehr Aufwand (Installation, Wartung, Updates, …), aber auch bessere Kontrolle darüber, wer auf die Daten zugreifen kann. Zudem lässt sich bei Vor-Ort gehosteten Lösungen i.A. der Speicherplatz bei Bedarf entsprechend erweitern, bei extern gehosteten Lösungen muss mit dem jeweiligen Anbieter verhandelt werden. Zusätzlich besteht bei extern gehosteten Lösungen die Gefahr, dass der Anbieter pleite geht und damit der Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich ist.

  • Open Source: Bei Open Source Lösungen besteht die Garantie, dass die Software für immer zu den genannten Bedingungen (zum Zeitpunkt des Herunterladens) genutzt werden kann, dh. auch wenn die Weiterentwicklung der Software durch die ursprünglichen Entwickler eingestellt wird, kann die Software weiterverwendet werden. Zudem ist bei Open Source Software der Quellcode öffentlich zugänglich, die Software kann also ggf. an die eigenen Bedürfnisse angepasst bzw. erweitert werden.

  • Komplexität / Lernaufwand: Enthält das System die Funktionen, die ich brauche? Wie leicht ist es für Nutzer/-innen den Umgang mit dem ELN zu lernen? Akzeptieren Forschende den Umstieg auf das ELN?

  • Support: Wie gut ist die Unterstützung bei aufkommenden Fragen/Problemen? Gibt es Hilfe bei der Einrichtung des Systems? Gibt es Tutorials um den Umgang mit dem System zu lernen?

  • Konfigurierbarkeit: Wie gut kann ich das ELN auf meine exakten Bedürfnisse anpassen? Wieviel kann ich selbst konfigurieren? Wie rigide sind die Standard-Vorgaben?

  • Auswertbarkeit: Wie strukturiert werden Daten abgelegt? Erlaubt die Ablagestruktur der Daten eine automatische Auswertung? Kann ich Elemente exportieren, um sie in einem externen System zu benutzen?

Eine Liste verfügbarer ELNs ist hier zu finden.